Ist eine Heizlastberechnung Pflicht?
Gesetzlich vorgeschrieben ist sie in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder Nutzungseinheiten: Wird dort eine wassergeführte Heizung neu eingebaut, muss sie hydraulisch abgeglichen werden, und dazu gehört eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1 (§ 60c Gebäudemodernisierungsgesetz, früher GEG). Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine gesetzliche Pflicht. Wer die KfW-Heizungsförderung nutzt, braucht die raumweise Berechnung aber als Fördervoraussetzung. (Stand: Oktober 2026)
Ist eine Heizlastberechnung für die Förderung erforderlich?
Ja, für die Heizungsförderung der KfW (Programm 458) ist sie erforderlich: Die neue Heizung muss anhand einer raumweisen Heizlastermittlung nach DIN EN 12831 ausgelegt und nach Verfahren B hydraulisch abgeglichen werden. Ein Überschlag oder eine Berechnung nur für das ganze Gebäude reicht dafür nicht. Ohne Förderung ist die Heizlastberechnung im Ein- und Zweifamilienhaus nicht vorgeschrieben. (Stand: Oktober 2026)
Wer darf eine Heizlastberechnung erstellen?
Eine besondere Zulassung nennt weder das Gesetz noch die Förderrichtlinie. Heizlastberechnungen erstellen Energieberater, TGA-Fachplaner und Heizungsfachbetriebe. Entscheidend ist, dass raumweise nach DIN EN 12831-1 gerechnet wird und ein nachvollziehbarer Bericht vorliegt. Den hydraulischen Abgleich für die Förderung bestätigt am Ende das ausführende Fachunternehmen. Die raumweise Berechnung dafür liefern wir als unabhängige Energieberater.
Kann ich eine Heizlastberechnung selber machen?
Überschlagen können Sie die Heizlast selbst, zum Beispiel mit einer Faustformel nach Wohnfläche und Baujahr. Für die Auslegung einer Wärmepumpe, die Prüfung der Heizkörper oder einen Förderantrag reicht das nicht: Dafür müssen alle Bauteilflächen, U-Werte und Luftwechsel für jeden Raum erfasst und nach Norm gerechnet werden. Das erfordert Fachsoftware und Erfahrung mit Bestandsgebäuden.
Wie viel kW Heizlast pro m² sind normal?
Als grobe Richtwerte gelten rund 160 Watt pro Quadratmeter für unsanierte Häuser bis Baujahr 1977, etwa 100 Watt für Baujahre 1984 bis 1994 und unter 40 Watt für Gebäude ab 2009. Ein Haus mit 150 m² aus dem Jahr 1990 kommt damit auf rund 15 kW. Wurde seitdem gedämmt oder wurden die Fenster getauscht, liegt der tatsächliche Wert meist deutlich darunter.
Was bedeutet 10 kW Heizlast?
Das Gebäude verliert am kältesten Auslegungstag, in Neumarkt bei −13 °C Außentemperatur, 10 Kilowatt Wärme. Diese Leistung muss die Heizung dann dauerhaft liefern, damit alle Räume ihre Solltemperatur halten. Die Heizlast ist eine Leistung und kein Verbrauch: Wie viele Kilowattstunden im Jahr anfallen, hängt zusätzlich von Wetter und Nutzung ab.
Wie lautet die Faustformel für die Heizlast?
Wohnfläche mal einem Richtwert in Watt pro Quadratmeter, der vom Baujahr abhängt. Bei 150 m² und Baujahr 1990 sind das rund 15 kW. Ein zweiter Überschlag geht vom bisherigen Verbrauch der alten Heizung aus. Beide Wege liefern nur eine Größenordnung und ersetzen keine Berechnung nach Norm.
Was kostet eine Heizlastberechnung?
Das hängt vom Aufwand ab: von der Zahl der beheizten Räume, den vorhandenen Plänen und einer Aufnahme vor Ort. Ein Quadratmeterpreis ist unüblich. Günstige Online-Angebote rechnen meist nur mit Ihren eigenen Angaben, ohne sie zu prüfen. Wir nennen Ihnen den Preis, sobald wir Ihre Unterlagen gesehen haben, also bevor Sie beauftragen. Beim geförderten Heizungstausch sind die Kosten mitförderfähig.
Wird die Heizlastberechnung gefördert?
Beim geförderten Heizungstausch zählt sie als Planungsleistung zu den förderfähigen Kosten und wird mit demselben Satz bezuschusst wie die Heizung, aktuell ab 30 Prozent (Stand: Oktober 2026). Einen eigenen Zuschuss nur für die Heizlastberechnung gibt es nicht. Planungsleistungen dürfen vor dem Förderantrag beauftragt werden. Ihren Fördersatz ermitteln Sie mit unserem Förderrechner.
Wie lange dauert eine Heizlastberechnung?
Für ein Einfamilienhaus benötigen wir in der Regel 3 bis 5 Werktage von der vollständigen Datenerfassung bis zur fertigen Berechnung. Bei Mehrfamilienhäusern und größeren Objekten dauert es entsprechend länger. Eine Aufnahme vor Ort nimmt meist 1 bis 2 Stunden in Anspruch.
Was ist der Unterschied zwischen Heizlastberechnung und hydraulischem Abgleich?
Die Heizlastberechnung ermittelt, wie viel Wärme jeder Raum braucht. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass genau diese Wärmemenge an jedem Heizkörper ankommt: Aus der Raumheizlast werden Wassermengen und Ventileinstellungen berechnet. Die raumweise Heizlast ist deshalb die Grundlage für den Abgleich nach Verfahren B.
Ist eine Wärmebedarfsberechnung dasselbe wie eine Heizlastberechnung?
Im Sprachgebrauch ja. Wärmebedarfsberechnung ist die ältere Bezeichnung aus der Zeit der DIN 4701, heute heißt das Verfahren Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Nicht zu verwechseln ist sie mit dem Jahres-Heizwärmebedarf oder mit dem Endenergiebedarf im Energieausweis: Beides sind Energiemengen über ein Jahr in Kilowattstunden, keine Leistung.
Geht eine Heizlastberechnung auch ohne Baupläne?
Ja. Fehlen Pläne, messen wir das Gebäude vor Ort auf. Sind die U-Werte der Bauteile nicht bekannt, setzen wir sie nach Baualtersklasse an. Dieses Vorgehen ist bei Bestandsgebäuden auch für die Förderung zulässig. Flächen pauschal zu schätzen ist dagegen nicht erlaubt.
Erstellen Sie Heizlastberechnungen auch außerhalb Bayerns?
Ja. Vor Ort sind wir vor allem im Raum Neumarkt, Nürnberg, Regensburg und Ingolstadt. Projekte in anderen Regionen betreuen wir bundesweit. Ob wir das Gebäude vor Ort aufnehmen oder nach Ihren Plänen rechnen, klären wir bei der Anfrage. Gerechnet wird immer mit der Norm-Außentemperatur der dortigen Postleitzahl.
Muss die Heizlast nach einer Sanierung neu berechnet werden?
Sobald sich an der Gebäudehülle etwas ändert, stimmt die alte Berechnung nicht mehr. Nach einer Dämmung, einem Fenstertausch oder einem Anbau sollte die Heizlast neu ermittelt werden, spätestens bevor eine neue Heizung ausgewählt wird. Ist eine Sanierung erst geplant, lässt sich die Heizlast für den Zustand danach berechnen.
Was ist der Unterschied zwischen DIN EN 12831-1, DIN/TS 12831-1 und DIN EN 12831-3?
DIN EN 12831-1:2017-09 ist die europäische Norm für die Raum- und Gebäudeheizlast. DIN/TS 12831-1:2020-04 ist die nationale Ergänzung für Deutschland mit den Randbedingungen, darunter die postleitzahlgenauen Norm-Außentemperaturen. Sie hat die früheren Beiblätter ersetzt. DIN EN 12831-3 behandelt die Auslegung der Trinkwassererwärmung.