Energieberatungs- und Nachhaltigkeitsbüro Brandl GmbH

Raumweise statt Faustformel · Energieberatung seit 2005

Heizlast­berechnung nach DIN EN 12831

Die Heizlastberechnung ermittelt, wie viel Heizleistung Ihr Gebäude und jeder einzelne Raum am kältesten Tag des Jahres braucht. Sie ist die Grundlage, um Wärmepumpe, Heizkessel und Heizflächen passend auszulegen, und Voraussetzung für die KfW-Heizungsförderung.

  • Für jeden Raum einzeln berechnet
  • Meist 3 bis 5 Werktage nach der Datenaufnahme
  • Unabhängig von Herstellern

Überblick

Was ist eine Heizlast­berechnung?

Eine Heizlastberechnung ermittelt die Wärmeleistung in Watt oder Kilowatt, die ein Gebäude bei der tiefsten zu erwartenden Außentemperatur braucht, damit alle Räume ihre Solltemperatur halten. Gerechnet wird nach DIN EN 12831-1: für jeden Raum einzeln und als Summe für das ganze Gebäude.

Das Ergebnis beantwortet zwei Fragen. Wie groß muss der Wärmeerzeuger sein? Und reichen Heizkörper oder Fußbodenheizung in jedem Raum aus, auch bei den niedrigen Vorlauftemperaturen einer Wärmepumpe? Früher hieß das Verfahren Wärmebedarfsberechnung, gemeint ist dasselbe.

  • Die Heizung in der passenden Größe Mit der Gebäudeheizlast steht fest, welche Leistung der Wärmeerzeuger wirklich braucht. Das verhindert zu große Geräte, die teurer sind und häufig takten, ebenso wie zu kleine.
  • Jeder Raum wird warm Die Raumheizlast zeigt, ob der vorhandene Heizkörper oder die Fußbodenheizung ausreicht und mit welcher Vorlauftemperatur die Anlage auskommt.
  • Grundlage für Förderung und Abgleich Die KfW verlangt für den geförderten Heizungstausch eine raumweise Heizlastermittlung. Dieselben Daten sind die Basis für den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B.

Heizlast, Energiebedarf und Verbrauch: der Unterschied

Die drei Begriffe werden oft verwechselt. Für die Größe der Heizung zählt allein die Heizlast.

kW

Heizlast

Die Leistung, die das Haus am kältesten Tag braucht. Nach ihr richtet sich die Größe der Heizung.

Steht in der Heizlastberechnung

kWh pro m² und Jahr

Endenergiebedarf

Die rechnerische Energiemenge über ein ganzes Jahr. Wie groß die Heizung sein muss, sagt sie nicht.

Steht im Energieausweis

kWh, Liter oder m³ pro Jahr

Verbrauch

Die tatsächlich gemessene Menge. Sie hängt davon ab, wie geheizt wird und wie kalt der Winter war.

Steht in der Abrechnung

Ein Energieausweis ersetzt deshalb keine Heizlastberechnung, auch wenn beide dieselben Gebäudedaten nutzen.

Anlässe

Wann brauchen Sie eine Heizlast­berechnung, und wann ist sie Pflicht?

Immer dann, wenn eine Heizung neu ausgelegt wird. In zwei Fällen ist sie vorgeschrieben: per Gesetz in größeren Gebäuden und als Bedingung für die Förderung.

Gesetzliche Pflicht

Mehrfamilienhaus ab sechs Wohnungen

Wird in einem Gebäude mit mindestens sechs Wohnungen oder Nutzungseinheiten eine wassergeführte Heizung eingebaut, ist der hydraulische Abgleich samt Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1 vorgeschrieben (§ 60c Gebäude­modernisierungs­gesetz).

§ 60c im Wortlaut

Fördervoraussetzung

Heizungstausch mit KfW-Förderung

Für die Heizungsförderung der KfW (Programm 458) ist eine Heizlastberechnung erforderlich: Die neue Anlage muss anhand einer raumweisen Heizlastermittlung nach DIN EN 12831 ausgelegt und nach Verfahren B hydraulisch abgeglichen werden.

Förderung für den Heizungstausch

Rechtsstand Oktober 2026: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) heißt seit dem 29. Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Die Pflicht aus § 60c besteht seit dem 1. Oktober 2024 und gilt unverändert weiter. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine gesetzliche Pflicht; wer die Heizungsförderung der KfW nutzt, braucht die raumweise Berechnung aber als Fördervoraussetzung.

Vier Anlässe, bei denen sich die Heizlastberechnung lohnt

Auch ohne Vorschrift ist die Heizlastberechnung die Grundlage, sobald Heizung oder Gebäudehülle angefasst werden.

Außengerät einer Wärmepumpe im Garten vor einem Wohnhaus Besonders wichtig

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe arbeitet nur effizient, wenn ihre Leistung zum Haus passt. Die Berechnung liefert die Gebäudeheizlast für die Gerätegröße und zeigt für jeden Raum, ob die Heizflächen bei niedriger Vorlauftemperatur ausreichen.

Mehr zur Wärmepumpe
Hand stellt das Thermostatventil an einem Heizkörper ein Verfahren B

Hydraulischer Abgleich

Aus der Heizlast jedes Raumes ergeben sich Wassermenge und Ventileinstellung für jeden Heizkörper. Ohne raumweise Berechnung ist ein Abgleich nach Verfahren B nicht möglich.

Zum hydraulischen Abgleich
Baustelle eines Neubaus mit verlegten Leitungen auf der Bodenplatte Planung

Neubau

Im Neubau legt die Heizlastberechnung den Wärmeerzeuger, die Heizkreise und die Verlegeabstände der Fußbodenheizung fest. Sie gehört an den Anfang der Heizungsplanung, bevor Geräte und Heizflächen bestellt werden.

Saniertes Einfamilienhaus mit neuen Fenstern und gedämmter Fassade Nach der Sanierung

Dämmung und neue Fenster

Nach einer Dämmung oder einem Fenstertausch sinkt die Heizlast, die alte Berechnung stimmt nicht mehr. Wer Schritt für Schritt saniert, plant die Heizung am besten für den Zielzustand aus dem Sanierungsfahrplan.

Zum Sanierungsfahrplan Förderung der Gebäudehülle

Berechnung

So wird die Heizlast nach DIN EN 12831 berechnet

Die Heizlast ist die Summe aus zwei Anteilen: der Wärme, die durch die Bauteile entweicht, und der Wärme, die mit der Luft verloren geht. Die Zahlen zeigen ein Rechenbeispiel.

10.000 Watt

Transmissions­wärmeverluste

Wärme, die durch Wände, Decken, Böden, Fenster und Türen nach außen oder zu unbeheizten Räumen verloren geht. Abhängig von der Fläche und dem U-Wert der Bauteile.

4.000 Watt

Lüftungs­wärmeverluste

Wärme, die durch das Eindringen kalter Außenluft über Fugen und Undichtheiten oder durch das Lüften verloren geht.

14.000 Watt / 14 kW

Norm-Heizlast

Die Leistung, die das Gebäude braucht, um auch bei der tiefsten Auslegungstemperatur behaglich warm zu bleiben.

Norm-Außentemperaturen in unserer Region

Die Norm-Außentemperatur ist die tiefste Temperatur, für die eine Heizung ausgelegt wird. Ein Grad Unterschied verändert die Heizlast um rund drei Prozent.

  • −13,0 °C Neumarkt i.d.OPf. PLZ 92318
  • −11,3 °C Nürnberg, Altstadt PLZ 90402
  • −11,8 °C Regensburg, Altstadt PLZ 93047
  • −13,3 °C Ingolstadt PLZ 85049
  • −13,6 °C Amberg PLZ 92224
  • −13,6 °C Barbing PLZ 93092

Werte nach DIN/TS 12831-1:2020-04, Quelle: Klimakarte des Bundesverbands Wärmepumpe. Innerhalb einer Stadt unterscheiden sich die Werte je Postleitzahl, in Nürnberg zwischen −11,2 und −13,7 °C.

Beispiel: So sieht eine raumweise Heizlastberechnung aus

Das Ergebnis ist eine Liste aller beheizten Räume mit Fläche, Volumen, Solltemperatur und Heizlast in Watt. Der Ausschnitt zeigt drei Räume im Erdgeschoss eines Wohnhauses.

Grundriss aus einer raumweisen Heizlastberechnung: Esszimmer 562 Watt, Wohnzimmer 723 Watt, Kinderzimmer 503 Watt, jeweils mit Fläche, Volumen und Solltemperatur
Auszug aus einer raumweisen Heizlastberechnung: Für jeden Raum werden Fläche, Volumen, Solltemperatur und die daraus folgende Heizlast in Watt ausgewiesen. Die Summe aller Räume ergibt die Gebäudeheizlast.

Esszimmer

562 W

12,35 m² · 20 °C Solltemperatur

46 W je m²

Wohnzimmer

723 W

22,35 m² · 20 °C Solltemperatur

32 W je m²

Kinderzimmer

503 W

13,40 m² · 20 °C Solltemperatur

38 W je m²

Das kleine Esszimmer braucht je Quadratmeter rund 40 Prozent mehr Heizleistung als das Wohnzimmer daneben. Eine Faustformel mit einem Wert für alle Räume übersieht das.

Wärmepumpe

Heizlast­berechnung für die Wärmepumpe

Ein Öl- oder Gaskessel verzeiht eine großzügige Auslegung. Eine Wärmepumpe nicht: Ist sie zu groß oder zu klein, kostet das über Jahre Strom und Lebensdauer.

Zu klein

ausgelegt
  • Der elektrische Heizstab muss häufig einspringen
  • Höhere Stromkosten an kalten Tagen
  • Einzelne Räume werden nicht richtig warm

Passend

nach Heizlastberechnung
  • Lange, gleichmäßige Laufzeiten
  • Der Heizstab bleibt die Ausnahme
  • Heizflächen und Gerät sind aufeinander abgestimmt

Zu groß

ausgelegt
  • Höhere Anschaffungskosten als nötig
  • Häufiges An- und Abschalten (Takten)
  • Schlechtere Jahresarbeitszahl, mehr Verschleiß
Außengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe an einer Hauswand

Wie groß muss die Wärmepumpe sein?

50 bis 80 %

der Norm-Heizlast deckt die Wärmepumpe am kältesten Tag

Der Bundesverband Wärmepumpe empfiehlt für Luft-Wasser-Wärmepumpen, dass das Gerät bei Norm-Außentemperatur 50 bis 80 Prozent der Norm-Heizlast deckt. Den Rest übernimmt an den wenigen sehr kalten Tagen der Heizstab.

Reichen meine Heizkörper für die Wärmepumpe?

Im Altbau ist das die häufigste Frage. Auf Wunsch vergleichen wir für jeden Raum die Heizlast mit der Leistung des vorhandenen Heizkörpers bei abgesenkter Vorlauftemperatur. Oft genügt es, einzelne Heizkörper zu tauschen.

Mit denselben Raumdaten erstellen wir den hydraulischen Abgleich nach Verfahren B, den die KfW für die Förderung der Wärmepumpe voraussetzt.

Zum Förderrechner

Ablauf

Wer erstellt eine Heizlast­berechnung, und wie läuft sie ab?

Eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 erstellen Energieberater, TGA-Fachplaner und Heizungsfachbetriebe. Als Energieberater rechnen wir für jeden Raum einzeln und unabhängig davon, welche Heizung am Ende eingebaut wird.

Unabhängig gerechnet

Wir verkaufen keine Heizung und sind an keinen Hersteller gebunden. Mit unserem Ergebnis vergleichen Sie die Angebote der Heizungsbauer auf derselben Grundlage.

Jeder Raum, mit Bericht

Sie erhalten keine Schätzung für das ganze Haus, sondern die Heizlast für jeden Raum, nachvollziehbar dokumentiert. Damit kann Ihr Heizungsbauer direkt weiterarbeiten.

Förderung und Sanierung mitgedacht

Als Energieeffizienz-Experten für Förderprogramme des Bundes wissen wir, was die KfW verlangt. Planen Sie eine Dämmung oder neue Fenster, rechnen wir auf Wunsch für den Zustand danach.

Für die Förderung bestätigt am Ende Ihr Heizungsfachbetrieb den hydraulischen Abgleich. Die raumweise Berechnung dafür kommt von uns.

In fünf Schritten zur Heizlastberechnung

  1. Anfrage und Unterlagen

    Sie schicken uns Grundrisse, Schnitte und die wichtigsten Angaben zum Gebäude, über das Anfrageformular oder per E-Mail.

  2. Sichtung und Angebot

    Wir prüfen, was vorliegt, klären Rückfragen und nennen Ihnen den Preis, bevor wir anfangen.

  3. Aufnahme vor Ort oder nach Plan

    Fehlen Pläne oder wurde umgebaut, nehmen wir Räume, Bauteile, Fenster und Heizkörper vor Ort auf. Das dauert meist ein bis zwei Stunden.

  4. Raumweise Berechnung

    Wir rechnen nach DIN EN 12831-1 mit der nationalen Ergänzung DIN/TS 12831-1 und der Norm-Außentemperatur Ihrer Postleitzahl.

  5. Bericht

    Bei einem Einfamilienhaus liegt das Ergebnis in der Regel 3 bis 5 Werktage nach der vollständigen Datenerfassung vor. Offene Fragen dazu klären wir mit Ihnen.

Welche Unterlagen werden für die Heizlastberechnung benötigt?

  • Grundrisse und Schnitte mit Raumgrößen, Wandstärken, Fenstern und Türen
  • Baujahr und bisherige Sanierungen, etwa Dämmung oder Fenstertausch
  • Rechnungen oder Datenblätter zu Fenstern und Türen, falls vorhanden
  • Gewünschte Raumtemperaturen. Dafür erhalten Sie von uns eine Liste Ihrer Räume.

Keine Pläne? Dann messen wir vor Ort auf.

Das steht im Ergebnis

  • Heizlast für jeden beheizten Raum in Watt
  • Gebäudeheizlast in kW für die Größe des Wärmeerzeugers
  • Angesetzte Bauteile, U-Werte und Temperaturen
  • Auf Wunsch: Prüfung der Heizkörper und hydraulischer Abgleich

Kosten

Was kostet eine Heizlast­berechnung?

Der Preis einer Heizlastberechnung richtet sich nach dem Aufwand, vier Dinge bestimmen ihn. Wir nennen Ihnen den Preis, sobald wir Ihre Unterlagen gesehen haben, also bevor Sie beauftragen.

Zahl der Räume

Jeder beheizte Raum wird einzeln erfasst und berechnet.

Unterlagen

Mit aktuellen Grundrissen und Schnitten geht es schneller als mit einem Aufmaß vor Ort.

Gebäude

Dachschrägen, Anbauten und teilsanierte Altbauten machen mehr Arbeit als ein einfacher Baukörper.

Umfang

Nur die Heizlast, oder zusätzlich die Prüfung der Heizkörper und der hydraulische Abgleich.

Förderung

Wird die Heizlast­berechnung gefördert?

Ja. Beim geförderten Heizungstausch zählt sie zu den förderfähigen Kosten und wird mit demselben Satz bezuschusst wie die Heizung selbst.

  • 30 % Grundförderung
  • bis 70 % mit Boni
  • bis 80 % bei niedrigem Einkommen

Die Sätze gelten mit Stand Oktober 2026, solange die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten nicht ausgeschöpft ist. Planungsleistungen dürfen vor dem Förderantrag beauftragt werden: Sie können die Heizlast also berechnen lassen, bevor Sie sich für ein Gerät entscheiden.

Förderung ohne Heizungstausch

Ohne Heizungstausch fördert das BAFA den hydraulischen Abgleich einer bestehenden Anlage als Heizungsoptimierung. Das gilt für Wohngebäude mit höchstens fünf Wohneinheiten und nur, wenn die Heizung älter als zwei Jahre ist. Heizungen mit fossilen Brennstoffen wie Öl oder Gas dürfen außerdem nicht älter als zwanzig Jahre sein. Einen eigenen Zuschuss nur für die Heizlastberechnung gibt es nicht. Mehr dazu auf unserer Seite zur Förderung für den Heizungstausch.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Heizlast­berechnung

Kurze Antworten zu Pflicht, Faustformel, Kosten, Dauer und Normen.

Alle Fragen & Antworten
Ist eine Heizlast­berechnung Pflicht?

Gesetzlich vorgeschrieben ist sie in Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder Nutzungseinheiten: Wird dort eine wassergeführte Heizung neu eingebaut, muss sie hydraulisch abgeglichen werden, und dazu gehört eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831-1 (§ 60c Gebäude­modernisierungs­gesetz, früher GEG). Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine gesetzliche Pflicht. Wer die KfW-Heizungsförderung nutzt, braucht die raumweise Berechnung aber als Fördervoraussetzung. (Stand: Oktober 2026)

Ist eine Heizlast­berechnung für die Förderung erforderlich?

Ja, für die Heizungsförderung der KfW (Programm 458) ist sie erforderlich: Die neue Heizung muss anhand einer raumweisen Heizlastermittlung nach DIN EN 12831 ausgelegt und nach Verfahren B hydraulisch abgeglichen werden. Ein Überschlag oder eine Berechnung nur für das ganze Gebäude reicht dafür nicht. Ohne Förderung ist die Heizlastberechnung im Ein- und Zweifamilienhaus nicht vorgeschrieben. (Stand: Oktober 2026)

Wer darf eine Heizlast­berechnung erstellen?

Eine besondere Zulassung nennt weder das Gesetz noch die Förderrichtlinie. Heizlastberechnungen erstellen Energieberater, TGA-Fachplaner und Heizungsfachbetriebe. Entscheidend ist, dass raumweise nach DIN EN 12831-1 gerechnet wird und ein nachvollziehbarer Bericht vorliegt. Den hydraulischen Abgleich für die Förderung bestätigt am Ende das ausführende Fachunternehmen. Die raumweise Berechnung dafür liefern wir als unabhängige Energieberater.

Kann ich eine Heizlast­berechnung selber machen?

Überschlagen können Sie die Heizlast selbst, zum Beispiel mit einer Faustformel nach Wohnfläche und Baujahr. Für die Auslegung einer Wärmepumpe, die Prüfung der Heizkörper oder einen Förderantrag reicht das nicht: Dafür müssen alle Bauteilflächen, U-Werte und Luftwechsel für jeden Raum erfasst und nach Norm gerechnet werden. Das erfordert Fachsoftware und Erfahrung mit Bestandsgebäuden.

Wie viel kW Heizlast pro m² sind normal?

Als grobe Richtwerte gelten rund 160 Watt pro Quadratmeter für unsanierte Häuser bis Baujahr 1977, etwa 100 Watt für Baujahre 1984 bis 1994 und unter 40 Watt für Gebäude ab 2009. Ein Haus mit 150 m² aus dem Jahr 1990 kommt damit auf rund 15 kW. Wurde seitdem gedämmt oder wurden die Fenster getauscht, liegt der tatsächliche Wert meist deutlich darunter.

Was bedeutet 10 kW Heizlast?

Das Gebäude verliert am kältesten Auslegungstag, in Neumarkt bei −13 °C Außentemperatur, 10 Kilowatt Wärme. Diese Leistung muss die Heizung dann dauerhaft liefern, damit alle Räume ihre Solltemperatur halten. Die Heizlast ist eine Leistung und kein Verbrauch: Wie viele Kilowattstunden im Jahr anfallen, hängt zusätzlich von Wetter und Nutzung ab.

Wie lautet die Faustformel für die Heizlast?

Wohnfläche mal einem Richtwert in Watt pro Quadratmeter, der vom Baujahr abhängt. Bei 150 m² und Baujahr 1990 sind das rund 15 kW. Ein zweiter Überschlag geht vom bisherigen Verbrauch der alten Heizung aus. Beide Wege liefern nur eine Größenordnung und ersetzen keine Berechnung nach Norm.

Was kostet eine Heizlast­berechnung?

Das hängt vom Aufwand ab: von der Zahl der beheizten Räume, den vorhandenen Plänen und einer Aufnahme vor Ort. Ein Quadratmeterpreis ist unüblich. Günstige Online-Angebote rechnen meist nur mit Ihren eigenen Angaben, ohne sie zu prüfen. Wir nennen Ihnen den Preis, sobald wir Ihre Unterlagen gesehen haben, also bevor Sie beauftragen. Beim geförderten Heizungstausch sind die Kosten mitförderfähig.

Wird die Heizlast­berechnung gefördert?

Beim geförderten Heizungstausch zählt sie als Planungsleistung zu den förderfähigen Kosten und wird mit demselben Satz bezuschusst wie die Heizung, aktuell ab 30 Prozent (Stand: Oktober 2026). Einen eigenen Zuschuss nur für die Heizlastberechnung gibt es nicht. Planungsleistungen dürfen vor dem Förderantrag beauftragt werden. Ihren Fördersatz ermitteln Sie mit unserem Förderrechner.

Wie lange dauert eine Heizlast­berechnung?

Für ein Einfamilienhaus benötigen wir in der Regel 3 bis 5 Werktage von der vollständigen Datenerfassung bis zur fertigen Berechnung. Bei Mehrfamilienhäusern und größeren Objekten dauert es entsprechend länger. Eine Aufnahme vor Ort nimmt meist 1 bis 2 Stunden in Anspruch.

Was ist der Unterschied zwischen Heizlast­berechnung und hydraulischem Abgleich?

Die Heizlastberechnung ermittelt, wie viel Wärme jeder Raum braucht. Der hydraulische Abgleich sorgt dafür, dass genau diese Wärmemenge an jedem Heizkörper ankommt: Aus der Raumheizlast werden Wassermengen und Ventileinstellungen berechnet. Die raumweise Heizlast ist deshalb die Grundlage für den Abgleich nach Verfahren B.

Ist eine Wärmebedarfs­berechnung dasselbe wie eine Heizlast­berechnung?

Im Sprachgebrauch ja. Wärmebedarfsberechnung ist die ältere Bezeichnung aus der Zeit der DIN 4701, heute heißt das Verfahren Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Nicht zu verwechseln ist sie mit dem Jahres-Heizwärmebedarf oder mit dem Endenergiebedarf im Energieausweis: Beides sind Energiemengen über ein Jahr in Kilowattstunden, keine Leistung.

Geht eine Heizlast­berechnung auch ohne Baupläne?

Ja. Fehlen Pläne, messen wir das Gebäude vor Ort auf. Sind die U-Werte der Bauteile nicht bekannt, setzen wir sie nach Baualtersklasse an. Dieses Vorgehen ist bei Bestandsgebäuden auch für die Förderung zulässig. Flächen pauschal zu schätzen ist dagegen nicht erlaubt.

Erstellen Sie Heizlast­berechnungen auch außerhalb Bayerns?

Ja. Vor Ort sind wir vor allem im Raum Neumarkt, Nürnberg, Regensburg und Ingolstadt. Projekte in anderen Regionen betreuen wir bundesweit. Ob wir das Gebäude vor Ort aufnehmen oder nach Ihren Plänen rechnen, klären wir bei der Anfrage. Gerechnet wird immer mit der Norm-Außentemperatur der dortigen Postleitzahl.

Muss die Heizlast nach einer Sanierung neu berechnet werden?

Sobald sich an der Gebäudehülle etwas ändert, stimmt die alte Berechnung nicht mehr. Nach einer Dämmung, einem Fenstertausch oder einem Anbau sollte die Heizlast neu ermittelt werden, spätestens bevor eine neue Heizung ausgewählt wird. Ist eine Sanierung erst geplant, lässt sich die Heizlast für den Zustand danach berechnen.

Was ist der Unterschied zwischen DIN EN 12831-1, DIN/TS 12831-1 und DIN EN 12831-3?

DIN EN 12831-1:2017-09 ist die europäische Norm für die Raum- und Gebäudeheizlast. DIN/TS 12831-1:2020-04 ist die nationale Ergänzung für Deutschland mit den Randbedingungen, darunter die postleitzahlgenauen Norm-Außentemperaturen. Sie hat die früheren Beiblätter ersetzt. DIN EN 12831-3 behandelt die Auslegung der Trinkwassererwärmung.